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Irene Hugot-Rothweiler: Rundfenster aus der Jakobskirche in Aachen (1986)

Die Malerin und Glasbildnerin Irene Hugot-Rothweiler (geb. 1958) arbeitete 1982/83 einen Entwurf aus, nach dem dann 1985/86 das Glasfenster „Das Lamm im Himmlischen Jerusalem“ verwirklicht wurde. Es handelt sich um eine Fensterrosette in der neoromanischen Turmkapelle bzw. auf der Orgelempore in der römisch-katholischen Jakobskirche in Aachen, also der Stadt, in der die Künstlerin geboren wurde.

Als Material entschied sich Hugot-Rothweiler für Antik- und Opalglas in einer Bleifassung. Vier der Tondi an den jeweiligen Himmelsrichtungen zeigen Tore, wobei stets drei zu einer Einheit zusammengefasst wurden. Im unteren Bereich ist der goldene Eingang zu sehen, nach oben markiert ein braunfarbener Winkel ein Dach, und nach oben enden alle Tore rundbogig. Die Rahmung ist stets ein tiefes Blau. Die übrigen vier Tondi beinhalten die apokalyptischen Reiter, also Krieg, Krankheit (Pest), Alter und Tod – mit zum Teil gezückten Waffen stehen sie sich kampfesbereit gegenüber. Meines Wissens ist dies eine einmalige Komposition im Kontext mit der Gottesstadt und dem friedlichen Lamm in der Mitte, da mit dem zweiten Erscheinen Christi die alte Welt mit ihren Sünden als überwunden und besiegt gilt. Das Lamm hat hier einen rot-gelben Grundton, während in den übrigen Details das Blau vorherrscht, bzw. bei den Reitern auch Violett. Vor allem im Kircheninneren ist dieses Fenster ein farblicher Orientierungspunkt, da die einst prächtige Ausmalung längst einer überwiegend graue Färbung gewichen ist.

Die gläserne Bibel in der Jakobskirche, in: Aachener Volkszeitung, 1. Juli 1983.
Leuchtende Bilder aus der Offenbarung des Johannes, in: Kirchenzeitung des Bistums Aachen, 25. November 1985.
Wolfgang Acht: Infos über unsere Kirche. Kleine Gemeinde-, Pfarr- und Kirchenkunde für die Jakobiner, Aachen 1998.
Achim Kaiser, Michael Müller (Hrsg.): Unser Aachen, Aachen 2006.

 

tags: Rundfenster, Aachen, Rheinland-Pfalz, Reiter
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