Heinz Heiber (1928-2003): Kanzel in Vehrte (1970)

Diese Kanzel – in Blickrichtung links vor dem Altar – ist mit dem Neuen Jerusalem geschmückt. Sie findet sich in der evangelischen Kirche von Vehrte nahe Osnabrück. Die Tore der Stadt auf ihrer Vorderseite sind quaderförmig mit schimmernder Glaseinlage um ein deutlich hervortretendes Viereck angeordnet. Das massive Kupferstück sitzt auf einer grob geschliffenen Sandsteinplatte auf. Die Glaseinlagen sollen vor allem an die Perlen und Edelsteine der Gottesstadt erinnern. Die Absicht des Künstlers war es, dass bei passendem Lichteinfall die Glaseinlagen blinken und reflektieren sollten. Solches passiert heute gelegentlich im Frühling und Herbst, wenn die tiefe Sonne durch das Fenster auf die Kanzel trifft. Der moderne Kanzelschmuck wurde von dem Bildhauer Heinz Heiber (1928-2003) aus Nürnberg gestaltet. Die Begeisterung der 1970er Jahre für das Quadrat in der Architektur soll die Form dieses Kunstwerks mit bestimmt haben. Errichtet wurde es in der Zeit, als Wilhelm Borgmeier Pastor der Kirche war. 1990 wurde es durch den Restaurator Horst Icks aus Bramsche überarbeitet.

Konrad Hinze: Zehn Jahre Ev.-luth. Johanneskirche zu Vehrte. Auszüge aus der Chronik der Kirchengemeinde anläßlich der 10. Wiederkehr des Kirchweihfestes am 21. März 1975, Belm-Vehrte 1975.
Evangelisch-lutherische Johannes-Kirchengemeinde Vehrte (Hrsg.): 25 Jahre Ev.-luth. Johanneskirche zu Vehrte (1965-1990), Vehrte (1990).
Wilhelm Borgmeier: Vehrte von damals bis heute: ein historischer Spaziergang, Osnabrück (2007).

 

                      Osnabrück (1964)

In der evangelischen St. Marien-Gemeinde in Osnabrück gibt es eine weitere Kanzelarbeit von Heinz Heiber, die als Vorstudie zu Vehrte anzusehen ist. Sie ist auf 1964 datiert. Es ist das Pfingstfest mit dem Heiligen Geist (Taube im Zentrum) und zwölf darum angeordneten Blöcken, in denen man die zwölf Apostel, Edelsteine, Tore oder noch ganz anderes sehen kann.

tags: Kanzel, Kupfer, Osnabrück, Niedersachsen
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