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Lutherbibel aus Wittenberg (1535)

Das Himmlische Jerusalem als Illustration der Lutherbibeln wurde über das ganze 16. Jahrhundert immer wieder in Nuancen verändert, blieb jedoch im Prinzip konstant und ist sofort als Bild dieses Typus’ zu erkennen, was durchaus auch so gewollt war: unten befindet sich hinter massiven Türmen und Mauern die Stadt Gottes. Es ist ein niedriger Festungsbau, deren Türme jeweils ein zweites Bollwerk vorgesetzt ist, was maßgeblich zum wehrhaften Aussehen dieser Stadt beiträgt. Sind die zwölf Türme auch extrem niedrig und ragen kaum über die Stadtmauer, so sind die Bauten in der Stadt noch niedriger. An den hinteren beiden Ecken sieht es zwar so aus, dass dort die Türme höher und gestaffelt nach oben ragen – es sind jedoch die Bäume des Waldes, die hier (zufällig?) die Form des Turmes weiterführen.
Im Inneren sind ausschließlich Wohnhäuser zu finden, die in langen Reihen aneinander gesetzt sind, alle gleich. Auch der schnurgerade Kanal, den wir schon aus älteren Lutherbibeln kennen, findet sich wieder. Hier ist er mit einer Allee von Bäumen gesäumt, parallel zu einer zweiten Allee rechts.
Von oben betrachten Johannes und ein Engel gemeinsam die Erscheinung. Sie stehen an einem Vorsprung eines Felsens, der sich nach rechts noch höher zieht.
Diese preiswerte, aber immer noch hochwertige, unkolorierte Fassung entstand im Jahr 1535, also noch zu Lebzeiten Luthers und sicher mit seiner Autorisierung. In der Grundausstattung ist sie einfarbig, es gibt jedoch auch schön illustrierte Einzelexemplare. Entnommen ist es der Bibelausgabe „Das Newe Testament“ (S. CXCIX) von Hans Lufft, gedruckt in „Wittemberg“, also in Wittenberg im damaligen Sachsen, einem Zentrum des reformatorischen Buchdrucks.

 

tags: Wittenberg, Reformation, Bibelausgabe, Allee, Fels
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