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José Rodriguez Carnero (1649-1725): Himmelspforte (1700)

Von José Rodriguez Carnero (1649-1725) sind drei Ölgemälde bekannt, die das Himmlische Jerusalem als ausgebreitete goldene Stadtanlage zeigen. Eine dieser Arbeiten von ca. 1690 befindet sich heute im mexikanischen Regionalmuseum von Puebla, eine andere entstand um 1700 und wird in der römisch-katholischen Kirche San Antonio de Padua aufbewahrt, ebenfalls in Puebla, eine dritte Malerei aus San Diego in Guanajuato entstand erst im 18. Jahrhundert. Dazwischen hat Rodriguez Carneros um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert das Gemälde „Inmaculada Concepción“ angefertigt. Dieses Gemälde entstand zusammen mit acht weiteren großformatigen Marienbildnissen für das Jesuitenkollegium in Tepotzotlán. Heute ist es ist im Besitz des Nationalmuseums des Virreinato, also das Museum der spanischen Kolonialzeit in Mexiko.
Was aussieht wie eine Sanduhr soll eine Himmelspforte sein, getragen von beiden Armen eines meisterhaft porträtierten Engels. Aus der Pforte, die geöffnet sein muss, strömt helles Licht seitwärts in Richtung der mittigen Marienfigur. Zur oberen Hälfte stößt diese Pforte bereits an den oberen Rand des leicht gebogenen Gemäldes, welches vermutlich einst für ein Architektursegment, vielleicht unter einer barocken Kuppel, einen Kreuzgang oder eine Altarnische, geplant war. Dafür sprechen auch die gewaltigen Maße von 393 x 182 Zentimeter.

Roberto M. Alarcón Cedillo: Pintura Novohispana: Siglos XVIII, XIX y XX, Tepotzotlán 1994.
Rogelio Ruiz Gomar: El pintor José Rodríguez Carnero (1649-1725): nuevas noticias y bosquejo biográfico, in: Anales del Instituto de Investigaciones Estéticas, 70, 1997, S. 45-76.
Claus Bernet: Latein- und Südamerika, Norderstedt 2016 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 39).

 

tags: Maria Immaculata, Porta Coeli, Mexiko
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