Marko Ivan Rupnik: Johannes Paul II.-Ehrenhalle in Washington (2015)

Die 2001 in Washington D. C. (USA) errichtete Ehrenhalle für den Heiligen Johannes Paul II. wurde 2011 von den Kolumbusrittern übernommen. Die Kolumbusritter sind in Deutschland kaum bekannt, dabei handelt es sich um die weltweit größte katholischen Laienvereinigungen für Männer.
Im Inneren der römisch-katholischen Kirche ließen sie sogleich Verschönerungen ausführen. So wurde zwischen August und September 2015 die Reliquienkapelle mit Mosaiken ausgestattet. Die Ausführung oblag der italienischen Mosaik-Firma Aletti unter Pater Marko Ivan Rupnik, die öfters das Neue Jerusalem thematisiert. Rupnik entschloss sich, das Neue Jerusalem zu beiden Seiten des mittigen Throns mit dem Gotteslamm darzustellen. Die schmale dreibändige Stadtmauer mit roten Fugen umfängt den Besucher so, dass er glaubt, sich in der Stadt zu befinden, wovon die Abbildung einen guten Eindruck wiedergibt. Die Bauten Jerusalems in unterschiedlichen Grautönen sind an die ortstypische Bebauung Palästinas angelehnt, wie es zu biblischen Zeiten ausgesehen haben mag. Sie sind vor allen an die Seiten der Stadtdarstellung gerückt, während im Hintergrund zahlreiche Heiligenscheine sich aneinanderreihen. Vollständig sichtbar sind allein Maria (links) und Josef (rechts) neben dem Thron des Lammes.

Claus Bernet: Spezialband: Himmelspforten vom Mittelalter bis heute (Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 4), Norderstedt 2018 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 46).

Das Studio Aletti:

Das Studien- und Forschungszentrum „Ezio Aletti“ gliederte sich der Mission der Gesellschaft Jesu im Päpstlichen Orientalischen Institut an. Es hat seinen Sitz seit 1991 in Rom, in einem Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert, gestiftet von Anna Maria Gruenhut Bartoletti Aletti mit dem Wunsch, ein Raum für interkulturelle Begegnung und künstlerische Reflexion zu werden. Das Zentrum richtet sich primär an christlich inspirierte Gelehrte und Künstler aus Mittel- und Osteuropa, um eine Gelegenheit für den Austausch zwischen ihnen und ihren Kollegen aus dem Westen zu schaffen. Es fördert die Koexistenz von Katholiken des orthodoxen, östlichen und lateinischen Ritus im Hinblick auf das Wachstum jeder in ihrer eigenen Kirche mit dem Ziel, die Begegnung zwischen Ost- und Westchristen zu fördern.
Das Zentrum wurde am 12. Dezember 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeweiht. Der Theologe und Künstler Marko Rupnik (geb. 1954) wurde sein erster Direktor. Es besteht aus einer kleinen Gruppe von Jesuiten und Künstlern: P. Mailand Žust, Manuela Viezzoli, Michelina Tenace, Maria Campatelli
Marina Tremfelj, Sara Staffuzza, Nataša Govekar, Maria Stella Secchiaroli und Eva Ostermann. Zum Team gehören auch Architekten, um alle Phasen der Arbeit, von der Gestaltung des kirchlichen Raumes bis zur Schaffung von liturgischen Einrichtungen und Kunstwerken professionell zu begleiten.
Die künstlerische Tätigkeit des Zentrums zeichnet sich dadurch aus, dass Studium und Forschung immer in eine zwischenmenschliche Beziehungen gestellt wird. Aus diesem Grund ist das Studium immer mit dem Leben verbunden und bezieht konkrete Menschen mit ein, was besonders dann der Fall ist, wenn das Zentrum in Zusammenarbeit mit Gemeinden der katholischen Weltkirche Kunstwerke erarbeitet. Seit Gründung sind über 200 Mosaike und Malereien geschaffen worden, für Kirchen, Kapellem, Klöster und Privatpersonen. Obwohl es sehr unterschiedliche Werke sind, von wenigen Quadratmetern bis zu 2400 Quadratmetern des Doppelmosaikzyklus von San Giovanni Rotondo kann man die Handschrift des Zentrums Aletti meist leicht erkennen. Zu den bekanntesten Werken zählen die Mosaiken der Kapelle „Redemptoris Mater“ im Vatikan, die Fassade des Heiligtums von Lourdes, das Mosaik in der Basilika Mariä Himmelfahrt und der Heiligen Kyrill und Method in Velehrad, die Fassade des Heiligtums der Madonna dei Fiori in Bra und die Werke der Basiliken von Fátima und San Giovanni Rotondo.

tags: Washington, USA, Studio Aletti, Marko Ivan Rupnik, Rom, Italien
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